© Steffi Habermeier 2013-2016

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Schnorcheln

Tauchen - Reisen


Mangrove Bay/Ägypten

Schnorchlers Traum

Mangrove Bay südlich von El Qusir am Roten Meer wartet mit einem fantastischen Hausriff auf, das sich bis zum gegenüberliegenden Ufer der Bucht erstreckt. Deshalb zieht´s mich hier auch immer wieder hin - seit 2003 ein halbes Dutzend mal.



Zum Schnorcheln ist Mangrove Bay das absolute Highlight - aufgrund der oft hohen Dünung und dem Wellengang am Saumriff, das sich das ganze Rote Meer entlang zieht, bleibt die Bucht lange vor Strömung geschützt. Im November konnte ich pro Woche höchstens ein oder zwei Tage am Saumriff schorcheln, ansonsten donnerten die Wellen auf den blanken Kalk. Wie schön war´s da, in der Bucht herumzustrampeln und den Röhrenaalen auf den Sandflächen zuzuschauen… Der kleine Nachteil der geschützten Bucht: Großfische findet man hier eher selten, obwohl mir schon Adlerrochen, Napoleons, Zackenbarsche und Große Barrakudas begegnet sind.


Sehr standorttreu sind die Riesenmuränen, der Teppichkrokodilfisch, die Riesenkugelfische sowie die vielen Blaupunktrochen. Unter den Tauchbooten sind Schwärme von Fischen, morgens jagen Groß-maulmakrelen durch die Bucht, Nasendoktorfische patroullieren übers Riff, und Picassofische ziehen ihre Jungen hier groß. Alle Arten von Skorpion- und Rotfeuerfischen bin ich in der Abenddämmerung begegnet, und die größte Attraktion waren meine stundenlangen Schnorcheltouren mit einem unter-nehmungslustigen Kraken und einem turtelnden Oktopuspärchen.

Das Mangrove Bay Hotel ist eins der gefragtesten Tauch-hotels im Süden des Roten Meers dank der tollen Tauch-basis „Duck´s Dive“.


Das Hausriff ist vom Steg aus betauchbar, und mit dem Zo-diak kann man die ganze Bucht erforschen. Tauchschif-fe bringen die Gäste auf Tagestouren zu den Tauch-plätzen des Südens. Da neh-men die Gäste gern die et-was alte Hotelanlage in Kauf.


Schnorchler aber sind selten; die meisten Gäste tauchen und betrachten Schnorcheln als ihrer unwürdig. Dabei ist die Mangrove Bay der Traum jedes Schnorchlers!

Frühmorgens erlebte ich im November eine Thermokline, d.h. 24° kaltes Wasser strömte bei Flut übers Riff und verdrängte das 27° warme Wasser. Es war, als würde ich durch eine undurchsichtige Wand schwimmen! Und in Pfannen blieb das warme Wasser erhal-ten, was wie trübe Milchpfützen assieht…

Die Mangrove Bay bietet alles, was man sich nur wünschen kann. Ein Steg, mit dem man mitten ins Geschehen kommt, ein intaktes und buntes Riff, das zum offenen Meer hin immer tiefer abfällt und in der Bucht immer flacher wird. Große Korallenstöcke befinden sich in der Mitte der Bucht, dazwischen liegen die Riesenkugelfische auf dem Sand und schlafen. Sippschaften von Nasen-doktorfischen und Soldatenfischen patroullieren die Riffkante, Riesendrückerfische zerlegen die Riesenmuscheln, und abends schwimmen hunderte von schwarzen Doktorfischen in einer unendlich langen Reihe ins Innere der geschützten Bucht. Wer mutig ist, der kann über die Mitte der Bucht hinaus über größere Tiefen zum Riff am gegenüberliegenden Ufer schnorcheln; dort hab ich aufregende Stunden mit einem zutraulichen Oktopus erlebt und das kräftigste Meeresblau der Mangrove Bay.

Kinderstube der Baby-Picassofische

Man sagt, Picassofische seien Einzelgänger - weit gefehlt! Am Riff der Mangrove Bay leben sie in Sippschaften. Sie haben nicht das Verhalten eines Schwarms, eher wie Verwandte und Freunde, die mal allein und mal in Gesellschaft unterwegs sind. Oder sind sie die Geschwister eines Brutgeleges? Ich entdeckte nämlich zwei große abgelegene Korallenstöcke in picassofarben-beige, auf denen sich Picasso-Babies tummelten! Nur wenige Zentimeter groß, aber genaue Kopien ihrer Altvorderen. Auf dem einen Korallenstock ein Dutzend, auf dem anderen ein halbes, und immer in Bewachung eines erwachsenen Tiers. Dabei war der Aufpasser sehr viel scheuer als die neugierigen Kleinen, die doch immer wieder aus der Deckung rauskamen und guckten, wer ich bin und was ich will. Untertags war die Kinderstube verwaist - bis auf einen Kleinen, der wohl die Stellung hielt. Aber wo waren seine Geschwister? Irgendwann fand ich sie - auf dem geschützten Riffdach, wohl beim Jagen.

Drachenköpfe und Rotfeuerfische -

Augen auf in der Abenddämmerung!

In der Abenddämmerung kommen die Skorpion- und Rotfeuerfische aus ihrem Verstecken und legen sich auf die Lauer. Tarnung ist alles! Besonders bei der Treppe am Steg - dort, zwischen Treppe und Tauchbooten, fand ich die meisten Drachenköpfe. Ein besonders großes Exemplar krabbelte direkt vor dem Treppenabsatz herum - da sah ich zum ersten Mal das leuchtende Rot auf der Unterseite der Flossen!


Auch einer der hübschen Rotfeuerfische hatte einen Narren an der Treppe gefressen - ich sah ihn schon vom Steg aus dort patroullieren und musste meinen Einstieg ins kühle Nass genau timen, damit es nicht zu einer ungewollten Kollision kommt…

Krake zu Mittag

Auf der gegenüberliegenden Seite der Bucht genoss ich das unglaubliche Mittagslicht in vollen Zügen, da entdeckte ich einen Oktopus! Bei einem früheren Besuch hatte ich mich schon mal mit einem Oktopus angefreundet über drei Tage hinweg (tja, das waren noch die Zeiten meiner geliebten Analogkamera…), und der Krake, der mir gerade begegnete, war nicht mal halb so scheu. In der nächsten Stunde ließ er mich an seiner Tour übers Riff teilhaben. Ein noch wandlungsfähigeres Kerlchen hätte ich mir nicht wünschen können! Am tollsten find ich´s, wenn ein Krake zum Schwimmen ansetzt.

Liebeskranke Kraken

Als gerade eine Blaurandseezunge von einem Verband Fische aufgescheucht wurde, bemerkte ich dahinter einen Oktopus in der Abenddämmerung - und dahinter gleich noch einen. Das Männchen in Rot-weiß-gepustelt bemühte sich, mit seinem Begattungs-Tentakel Tuchfühlung bei der Dame aufzunehmen, aber die erwies sich als recht spröde und wechselte oft Farbe und Struktur. Sogar auf die Jagd ging sie zwischendurch! Ab und zu büchste sie ihm aus, und ein paarmal zog sie ihn sogar hinter sich her, weil er partout nicht loslassen wollte. Das Spiel spielten sie, bis es so dunkel wurde, dass ich mich an den Steg sputen musste.


Am nächsten Morgen strampelte ich bei strahlendstem Sonnenschein wieder übers Riff - und was sah ich da? Das Pärchen turtelte immer noch umher. Zwischendurch gab´s mal einen schwarzen Preußenfisch, der auf das Männchen losging, der seine Tentakeln zu Keulen machte und damit auf den Preußenfisch eindrosch. Auch das Weibchen war nicht immer ganz bei der Sache, sondern machte zwischendurch Jagd auf Kleingetier in den Spalten des Riffkalks.


Die Amour der Kraken hat mich trotz allem ein wenig traurig gestimmt - nach der Paarung verstirbt das Männchen, und das Weibchen bewacht noch das Gelege, bis es auch verstirbt. Wenn Oktopusse nicht eine so kurze Lebensdauer hätten, dann - wer weiß - gäb´s bei ihrer Intelligenz vielleicht sogar eine Krakenzivilisation im Meer…

Mangrove Bay Hotel

Steg der Mangrove Bay